Themen: Leben nach dem physischen Leben
  Glaube oder Realität
  Wahre, bedingungslose Vergebung
  Selbstfindung - Selbstenfremdung

Kurzfassung zum Thema: Leben nach dem physischen Leben

Für ein Leben nach dem physischen Leben gibt es immer mehr – auch wissenschaftliche – Hinweise. Es ist nicht mehr eine Frage des blinden Glaubens. Ich habe in meiner Jugendzeit nicht akzeptiert, dass es ein Weiterleben gibt. Erst als ich selbst überraschend geistige Erlebnisse hatte, konnte ich diese Tatsache annehmen. Dadurch habe ich viele Jahre damit verbracht, Beweise dafür zu sammeln – mit unerwarteten Begegnungen und Erlebnissen, die sich wiederholten.
Durch ein neuzeitliches, wissenschaftliches Weltbild über geistige und physische Welt und Gott, können wir klarer erkennen, dass die physische Welt und die geistige Welt ineinander existieren und wir jetzt mit unserem physischen Körper in zwei Welten zur gleichen Zeit leben. Es ist eine Tatsache, unabhängig davon, ob wir es bewusst wahrnehmen oder nicht oder ob wir es glauben oder nicht. So wie wir durch die Naturwissenschaft immer tiefer die materiellen Gesetzmäßigkeiten erfassen und dadurch mehr und mehr für das Wohlbefinden unseres physischen Körpers tun können, so erfassen wir auch immer tiefer die Gesetze der geistigen Welt und die Gesetzmäßigkeiten, denen unser geistiges Selbst (= Seele) unterliegt. Mit unserem physischen Körper und den physischen Sinnen und Sensoren nehmen wir die physische Welt wahr, mit unserem geistigen Körper und den geistigen Sinnen und Sensoren die geistige Welt. Somit kommt es immer wieder vor, dass Menschen im physischen Körper geistige Erlebnisse über die geistigen Sinne und Sensoren haben – und das unabhängig von Kultur und Religion.
Unser Leben nach dem physischen Tod ist ein persönliches, selbstbewusstes Weiterleben. Das Einzige, was wir bei unserem Tod ablegen, ist unser physischer Körper. In der geistigen Welt bleiben von uns erhalten: unser geistiger Körper, die Wahrnehmung über unsere geistigen Sinne und Sensoren, all unser Fühlen, Denken und Wollen, Beziehungs-, Verhaltens- und Gewohnheitsmuster und alle aufgespeicherten Erlebnisse aus unserem physischen Leben, negative und positive. Weil wir ständig von geistig-emotionalen Gesetzen umgeben sind und darin leben, ist es wichtig, diese zu erfassen. Wie wir physisch leben bzw. gelebt haben, ist für unser weiteres Leben in der geistigen Welt ausschlaggebend. In der geistigen Welt kann ich mir nicht aussuchen, wo ich hin will, sondern ich befinde mich automatisch in diesen Bereichen, wo Zustände bzw. Menschen mir ähnlich sind, ähnlich denken und fühlen. Es gibt viele Bereiche in der geistigen Welt, um nur einige zu nennen: Bereiche, in denen die wahre göttliche All-Ein-Liebe schon gelebt wird; Bereiche, in denen Menschen unter bestimmten Bedingungen sehr viel leiden; Bereiche der Besinnung, des Weitersuchens und der Weiterentwicklung; Bereiche der Illusion.
Am wenigstens bekannt sind die Illusionsbereiche in der geistigen Welt. Sie sind eine Nachahmung der göttlichen Zustände. Es handelt sich um Lichtbereiche, die aus dem falschen weißen Licht bestehen und nicht aus dem wahren göttlichen Licht, das von der Liebe kommt. Die Täuschung dieser scheingöttlichen Bereiche ist, dass ihr äußerer Zustand wie ein paradieshafter, lichter, himmlischer Zustand erscheint. Den Menschen aber, die darin leben, wird der Zugang zu ihrer inneren Wahrnehmung oder ihrer göttlichen Verbindung versperrt, blockiert. Diese Bereiche bestehen aus Licht, das durch Gedankenkraft (Eigenwille), durch verschiedene mentale Techniken, wie z.B. Visualisierungen, Vorstellungen, erzeugt wird. Nach dem Prinzip der Resonanz – Gleiches ist mit Gleichem verbunden – sind Menschen, die im Eigenwillen nach Erleuchtung oder Erlösung streben, automatisch mit diesen Illusionssphären und geistigen Welten verbunden und werden in diesen scheingöttlichen Zuständen gefangen gehalten. Wenn unsere geistige Wahrnehmung verstopft, verhindert, blockiert ist („Herz zu“), verlieren wir unsere geistige Orientierung – hier und in der geistigen Welt. Somit können wir nicht wahrnehmen, was für uns geistig-seelisch gut oder schlecht ist, wie sich der Unterschied zwischen Realität und Illusion anfühlt.
Erst unsere Wahrnehmung bringt uns die Unterscheidungsfähigkeit von guten und schädlichen Energieformen und gibt uns letztendlich die Möglichkeit zur Orientierung. Das gilt für unser physisches Leben gleichermaßen wie für unser Leben in der geistigen Welt. Wenn ich in meinem physischen Leben die göttliche All-Ein-Liebe nicht wahrnehmen kann bzw. die Wahrnehmung durch den Selbstheilungs- und Reinigungsprozess wiederherstelle, kann ich diese Energie der All-Ein-Liebe auch nicht in der geistigen Welt erleben.

In diesem kurzen Bericht kann ich nur ein paar grundsätzliche geistige Gesetzmäßigkeiten beschreiben: Das Prinzip der Resonanz: Gleiches verbindet sich mit Gleichem. Alles, was wir in unserem physischen Leben erleben, ist in uns gespeichert und wir nehmen diese Erinnerungen mit in die geistige Welt. Unsere egoistischen, allgemein schädlichen Eigenschaften bleiben in der geistigen Welt erhalten. Obwohl uns vom göttlichen Standpunkt aus immer vergeben ist, liegt es im Bereich unserer Selbstverantwortung alle nicht-guten (ungöttlichen) Eigenschaften abzulegen. Eine hundertprozentige Tatsache ist, dass jeder den physischen Körper ablegen muss. Niemand kann das verhindern. Um hier einen logischen Schluss zu ziehen: Wenn es ein Weiterleben nach dem physischen Leben gibt, dann ist dieses Leben im physischen Körper logischerweise eine Vorbereitung und Entwicklung zum Leben in der geistigen Welt. Daraus folgt, dass der fundamentale Sinn und Zweck des Lebens die Entfaltung unseres geistig-seelischen Potenzials ist. Jesus Christus brachte nicht nur neue, tiefere moralische Grundregeln, sondern auch das Verständnis von geistigen Gesetzmäßigkeiten: „Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“(Mt, 6,19)

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Kurzfassung zum Thema: Glaube oder Realität

Unter Glaube versteht man allgemein: etwas für wahr halten, man nimmt an, dass es so ist, man vermutet, man stellt sich vor, man bildet sich ein, dass es so ist. Mit Realität meint man: Wirklichkeit, wirklich erlebbar, wahr, tatsächlich, es ist in der Tat erlebbar. Im religiösen Sinn sagt man oft: Glaube ist nicht Wissen. Deshalb ist es Glaube, Wissen dagegen ist erlebbare Realität. Nur was wir wahrnehmen können, erleben wir auch. Real ist, was Wirklichkeit ist. Unreal ist, was Phantasie, Illusion ist.
Wie erleben wir? Wir erleben nur durch unsere Sinneswahrnehmungen und Wahrnehmungssensoren. Mit diesen Sensoren können wir physische (materielle), mentale (denkende), emotionale und geistige Gesetzmäßigkeiten und Zustände wahrnehmen. Auf der Körperebene sind es die fünf physischen Sinne und die Körpergefühlssensoren. Auf der emotionalen Ebene ist es die Wahrnehmung unserer Gefühle. In unserem geistigen Körper erleben wir über die fünf geistigen Sinne und Wahrnehmungssensoren. Geistige Dimensionen oder Zustände können wir nur über unsere geistigen Sinne und geistigen Wahrnehmungssensoren erleben. Im Gegensatz zur physischen Wahrnehmung kennen die geistigen Wahrnehmungsebenen keine Begrenzungen.
Wenn ich etwas über meine Sinneswahrnehmung erlebt habe, dann habe ich es real erlebt und es ist Wissen über dieses Erleben und kein Glaube. Man könnte es so zusammenfassen: Was ich glaube, muss erlebbar sein. Erst wenn ich es erlebt habe, ist es Realität. Sind aber unsere Wahrnehmungskanäle und Sensoren nicht entfaltet, verstopft, durch verschiedene Umstände beeinträchtigt, ist unsere Wahrnehmung der Realität blockiert oder gar nicht vorhanden.
Bei den meisten Menschen ist besonders die geistig-emotionale Feinwahrnehmung aus verschiedenen Gründen nicht vorhanden und dadurch können sie geistige und emotionale Realitäten nicht erleben. Solange wir nicht erleben können, brauchen wir Glaubenskonzepte, die der Realität entsprechen. Sie sind ein denkendes Hilfsmittel bis wir zum Erleben kommen. Wenn unsere geistige Wahrnehmung wiederhergestellt ist, dann öffnen sich neue Realitäten für uns. Dann ist Realität, dass die Allgegenwart Gottes, die in uns und um uns vorhanden ist, erlebbar ist. Dann ist Realität, dass die göttliche All-Ein-Liebe durch Erleben wahrgenommen werden kann. Dann ist Realität, dass wahre Liebe nicht gelernt werden kann, sondern schon in uns vorhanden ist. Dann ist Realität, dass der Sinn und Zweck des Lebens wahrgenommen wird. Dann ist Realität, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Dann ist Realität, dass Egoismus, die ungöttliche Lebensart, immer zerstörend wirkt.
In unseren Vorstellungen können wir ALLES glauben. Ist es aber Wirklichkeit? Ist das, was ich glaube, auch Realität? Viele Glaubenskonzepte (Einbildungskraft, Vorstellung) können nie erlebt werden, weil sie mit der Realität nicht übereinstimmen. Manche mentalen Illusionskonzepte wirken sehr irreführend, erscheinen aber als Realität. Vorübergehend können diese falschen Illusionskonzepte sogar einen Halt im Leben geben. Jemand, der an sich selbst glaubt, auch wenn es mit Illusionskonzepten verbunden ist, kann viel Selbstvertrauen und daraus Handlungskraft entwickeln. Viele Glaubenskonzepte, auch wenn sie eine Illusion sind, können in Menschen eine starke Gedankenkraft erzeugen. Damit verbunden bringen sie einen starken Willen hervor und daraus folgend Handlungen, die zum einen sehr positiv und zum anderen sehr zerstörend sein können. Früher oder später, kommt es zu großen Lebens-Enttäuschungen wenn diese Illusionskonzepte, oft verbunden mit vielen Schmerzen und Schwierigkeiten, zusammenbrechen. Im Bereich der geistigen Ebene, auf der sich Religionen, Esoterik, Mystik, Philosophie usw. bewegen, gibt es die unterschiedlichsten Glaubenskonzepte, die meist auf reiner Spekulation bzw. Illusion beruhen. Neben vielen falschen Versprechungen, sind die meisten davon hinter ihrer äußeren Fassade zerstörerisch, manipulierend, wollen Macht über andere haben, machen Kriege, bringen Menschen physisches wie emotionales Leid.
Damit wir wahres Glücklichsein, ein Sein in der wahren All-Ein-Liebe erleben können, müssen wir unsere falschen Glaubenskonzepte ablegen, neue reale annehmen, unsere emotional-geistige Wahrnehmung wiederherstellen, so wie alle egoistischen, nicht-göttlichen Eigenschaften abbauen. Wahres Erleben im göttlichen Sein geschieht über unsere Wahrnehmung und hat mit unserem Denken absolut nichts zu tun. Die wahre Kraft zum Leben und für unsere Handlungen sollte nicht von unseren Gedanken (Mentalkraft) kommen, sondern von unserer geistigen Herzenskraft, die die Kraft der wahren Liebe ist. Für die Kraft der wahren Liebe gilt: Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar, man sieht es nur mit dem Herzen.

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KurzfassungzumThema: Wahre, bedingungslose Vergebung

Wahre, bedingungslose Vergebung ist einer der wichtigsten Bestandteile im Gesamtheilprozess und beim Abbau aller egoistischen Strukturen? Jesus Christus hat sowohl im Vater Unser, wie auch an anderen Stellen deutlich auf die Wichtigkeit der Vergebung hingewiesen: „Siebenundsiebzigmal (Mt 18,22).“ Auch in der heutigen Zeit wird in verschiedenen Bereichen wie Religion, Psychologie, Energiearbeit, die Notwendigkeit der Vergebung erkannt. Der Zustand der wahren Vergebung oder Nicht-Vergebung kann in aller Tiefe nicht im Denken, sondern nur in der Gefühlswahrnehmung und geistigen Wahrnehmung erfasst werden.

Durch unser unbewusstes Leben haben wir meist egoistische Erwartungshaltungen zum anderen, die vom anderen aber nicht erfüllt werden können. Wir haben nicht nur falsche Erwartungshaltungen gegenüber anderen Menschen, sondern auch zu Gott, zur Natur, zu uns selber. Werden unsere Wünsche, unsere Vorstellungen nicht erfüllt, haben wir fast immer eine automatische, negative Gefühls- und Verstandesreaktion (Enttäuschungsreaktion), d.h. negative Gefühle und Gedanken kommen hoch. Fühle ich mich in einer zwischenmenschlichen Beziehung beispielsweise von jemandem ungerecht behandelt, habe ich eine negative Gefühls- und Gedankenreaktion: Ich fühle Frustrierung, Ärger, Wut, Zorn, Hass, Eifersucht, Rache, Angst und ich habe, ausgelöst durch diese Gefühle, negative Gedanken. In der egoistischen Struktur in uns und in unseren Beziehungen wird es diese negative Gefühls- und Gedankenreaktion auf Situationen immer geben, weil negative Gefühle bereits vererbt werden, übertragen und anerzogen werden und in bestimmten Lebenssituationen zur Bewusstseinsebene hochkommen.

In der feinenergetischen Wahrnehmung können wir klar erfühlen, dass Ärger, egal wodurch veranlasst, bereits eine geringere Form von Hass ist. Da wir verschiedenen Stärken von Hass, verschiedene Namen gegeben haben, können wir das nicht klar erfassen. Wenn sich Ärger steigert, wird es Wut, Wut wird gesteigert zu Zorn und Zorn wird letztendlich Hass. Also ist die geringste Form von Ärger Hass. Auch Eifersucht, Rache, Neid, Missgunst ist Hass. Das Grundübel aller negativen Gefühle liegt natürlich in der Angst, wobei der Überdruck von Angst Hass wird. Die meisten Menschen erkennen Ärger nicht als Hass und sehen ihn als normal an, weil ihn alle Menschen haben. Es ist gerade dieser Ärger (Hass), der in uns verstärkt hervorkommt, wenn wir uns z.B. angegriffen, verletzt fühlen oder eine Erwartungshaltung nicht erfüllt wurde. Jedes Mal, wenn das passiert, bleibt in unserer Erinnerungsaufspeicherung ein Erlebnis aufgespeichert, das negative Gefühle und Gedanken beinhaltet. Diese Aufspeicherungen sind – uns meist nicht bewusst – aktive, negative Elemente, die im unterdrückten Unbewussten in unserem Gesamtwesen Schaden anrichten. Es kommt zu geistigen, emotionalen, mentalen und physischen Krankheiten, führt aber auch zu vielen Beziehungsstörungen. Lebe ich diese negative Gefühls- und Gedankenreaktion aus, und tue dem anderen auf verschiedene Art und Weise etwas an, werde ich so zum Zerstörer. Diese Rache kann in Form von physischen oder geistigen Zerstörungsaktionen ausgelebt werden und diese Aktionen richten meist großen Schaden an. Die andere Möglichkeit, die ich habe ist, dass ich diese hochkommenden Gefühle und Gedanken unterdrücke. Durch diese Unterdrückung entstehen im physischen und geistigen Körper Energiestaus. Passiert dies öfter, führt das zu psychosomatischen Krankheiten, was heute in der Schulmedizin klar erkannt wird. Die dritte Möglichkeit ist, diese aufkommenden negativen Gefühle und Gedanken in den Eigenheilprozess zu bringen.

Vergebung hat zwei Phasen. Die erste Phase ist die verstandesmäßige (mentale) Vergebung. Ich sage, dass ich jemandem, der mir geschadet hat, bedingungslos vergeben möchte. Das ist eine rein denkende Bereitschaft, die zur wirklichen Vergebung führen sollte. Der zweite Teil der Vergebung ist, dass die bei der Verletzung hochkommenden, negativen Gefühle wie Ärger, Wut, Zorn, Frustrierung, in die Heilung gebracht werden. Sie dürfen nicht unterdrückt und betäubt oder verleugnet werden, sondern sie müssen angenommen und zugelassen werden. Diesen Prozess des Annehmens der Gefühle kann man als Vergebungs-Heilprozess bezeichnen. Auch bei noch so vielen positiven Gedanken, dem anderen zu vergeben, bleiben die negativen Gefühle dennoch im Unbewussten aktiv. Deswegen ist es von allergrößter Wichtigkeit, dass wir wieder in die Gefühlswahrnehmung kommen, damit wir, wie schon oft gesagt worden ist, im Herzen wahrnehmen können, wo Vergebung notwendig ist und ob wirklich Vergebung stattgefunden hat oder nicht. Wenn ich durch sehr viel Gefühlsunterdrückung und geistige Überlagerungsenergien nicht mehr in der Lage bin, meine Gefühle wahrzunehmen, werde ich in der oberflächlichen, mentalen Vergebung bleiben und das als wahre Vergebung ansehen. Es gibt keine wahre Vergebung ohne die Heilung der negativen Gefühle. Heilung ist Vergebung. Um wahre, bedingungslose Vergebung wirklich zu verstehen, sollte man in sich klar erfühlen, was der Gefühlszustand der Nicht-Vergebung ist und wenn möglich, wie sich dieser unterdrückte Hass auf den physischen Körper auswirkt und welche Teile des Körpers dadurch geschwächt werden. Wahre Vergebungsarbeit kann nicht durch Denken allein erfolgen. Eine einfache Übung ist: Wenn du jemandem begegnest, der dich verletzt hat und den du dadurch nicht magst, fühle ehrlich, was du noch fühlst und vielleicht auch, wie dein Körper auf diese Begegnung reagiert.

Manche Menschen wollen nicht vergeben. Dies ist eine Form ihrer Rache und sie schaden dem anderen durch die Übertragung der Energie des noch vorhandenen Hasses. Am allermeisten aber schaden sie sich selber, weil die Wirkung des Hasses in ihnen aufrechterhalten bleibt und sie somit großen Schaden an sich selbst anrichten. Wenn du wirklich tief in dir erfasst, ist Vergebung in erster Linie FÜR DICH notwendig , nicht für den anderen. Viele wichtige Aspekte dieser Vergebungs-Heilung wären noch zu erwähnen. Zum Abschluss dieser Kurzfassung kann nur darauf hingewiesen werden, dass, wenn wahre, bedingungslose Vergebung geschehen ist, viel mehr Liebe, Freude, Frieden und Harmonie in uns und in unseren Beziehungen vorhanden ist.

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Kurzfassung zum Thema: Selbstfindung – Selbstentfemdung
(Artikel zur Seminarinformation März 2008)

Viele Menschen stellen sich die Frage: „Wer bin ich? Wo komme ich her? Wo gehe ich hin nach diesem Leben? Was ist der Sinn und Zweck meines Daseins? Wer und was bin ich wirklich?“ All diese Fragen weisen im Grunde auf die Suche nach Selbstfindung hin. Selbstfindung setzt voraus, dass wir uns selbst irgendwie verloren haben. Was ist dieses, unser Selbst, das wir in uns nicht mehr finden und warum sollen wir danach suchen? Warum haben viele Menschen danach gesucht, aber nur wenige haben einen Teil ihres wahren Selbst gefunden?

Die Suche nach dem wahren Selbst ist im Grunde die Suche nach meinem ursprünglichen, natürlichen, fundamentalen, guten, göttlichen Wesen, was zugleich die Suche nach wahrer Liebe, Freude, Geborgenheit, Harmonie und Frieden ist. Dieses Suchen ist in jedem von uns vorhanden, nur ist es uns meistens nicht bewusst. So suchen die meisten Menschen im Außen, was nur in einem selbst gefunden werden kann. Wahre Selbstfindung ist aber nur möglich, wenn wir unser gesamtes Selbst über unsere Wahrnehmungskanäle erleben. Anders ausgedrückt: Mich selbst erleben kann ich nur über die Sinneswahrnehmung. Auf der physischen Ebene sind diese Wahrnehmungskanäle unsere fünf physischen Sinne, sowie unser physischer Instinkt und Körpergefühle. Auf der geistigen Ebene sind es unsere fünf geistigen Sinne und unsere geistig-emotionale Wahrnehmung (Gefühlswahrnehmung). Wir als selbstbewusste Wesen haben die Fähigkeit und Möglichkeit, uns selbst auf allen vier Ebenen (körperlich, mental, emotional und geistig) bewusst wahrzunehmen. So lerne ich mich als selbstbewusstes Wesen kennen, das seinen Körper wahrnimmt, als denkendes Wesen, das Erinnerungen hat. Ebenso erlebe ich mich als fühlendes, emotionales Wesen; ich fühle Liebe, Freude, Harmonie, aber auch verschiedene Ängste und Hassformen, wie Wut, Zorn, Eifersucht, Rache. Es ist ziemlich leicht sich als körperliches, denkendes, fühlendes, selbstbewusstes Wesen zu erfassen. Schwieriger wird es in der Vertiefung, in der Verfeinerung der Wahrnehmung, meinen geistigen Teil zu erleben, mich als geistig wahrnehmbares Wesen zu erfassen und zu erleben. Wiederum trifft hier zu, was auch auf der physischen Ebene zutrifft: Dieses Erleben ist nur über meine geistigen Wahrnehmungskanäle, die fünf geistigen Sinne und die geistig-emotionale Wahrnehmung möglich. Ist diese Wahrnehmung vorhanden, erlebe ich mein wahres Selbst, das ich fundamental bin. In diesem Zustand erlebe ich mich als reines, gutes, göttliches Wesen, in dem keine egoistischen Elemente, keine negativen Gefühle und kein egoistischer Eigenwille sind. Es ist der Zustand von wahrer Liebe, Freude, Frieden, Harmonie ohne jeglichen äußeren Grund, physisch wie geistig, ohne Objektbezogenheit, ohne Besitzwollen, ohne Habenwollen. Ich bin in der All-Ein-Liebe des geistigen Seinszustandes. Meine Lebensmotivation kommt von dieser Liebe und Freude. Erst in diesem Zustand kann ich meine wahren Veranlagungen zur Schöpfertätigkeit kennen lernen. Jesus Christus hat mit der Aussage: „Der Himmel ist in dir“ auf dieses wahre Selbst hingewiesen. Ebenso hat er den Verschluss der Wahrnehmung dieses Zustandes ausgedrückt, indem er sagte: „Eure Herzen sind verschlossen.“

Da es den meisten Menschen überhaupt nicht bewusst ist, dass sie diese innere Wahrnehmung ihres wahren Selbst in sich haben, und noch weniger, dass diese Wahrnehmung verschlossen ist, regeln sie ihr Leben gezwungenermaßen zum Großteil über das Denken und über den Körper. Der Verschluss wird durch viele verschiedene Gründe bewirkt, u.a. durch den egoistischen Eigenwillen, unterdrückte negative Gefühle, mentale Energien, Überlagerungsenergien usw. Da dieser Zugang zu unserem fundamentalen Selbst versperrt ist, gehen wir automatisch über unser Denken und den egoistischen Eigenwillen in die Selbstentfremdung. Dazu tragen wesentlich unsere Erziehungsmuster und auch die Selbsterziehungsmuster bei, die Erziehung zum Wollen : „Ich will so sein, wie ich es mir vorstelle, wünsche; ich will so wie ich will, wie ich glaube, dass es richtig ist.“ Das führt zu verschiedenen Verhaltensmusterrollen, nach denen ich lebe. Die meisten Menschen erkennen sich nur in diesen Rollen ihrer Selbstentfremdung. Das heißt, wenn dich jemand fragt: „Wer bist du?“, wirst du ihm deinen Namen, deine Herkunft, deinen Beruf und was du besitzt, eventuell noch deine Hobbys und Interessen, mitteilen. Du glaubst, dass das alles du bist, du identifizierst dich sozusagen mit deinen dir auferlegten Rollen. Auch jedes Nachahmen von jemand anderem, z.B. von Idolen, führt zur Selbstentfremdung. Selbstentfremdung hat viele Formen und Gesichter und ist immer gleichzeitig auch Egoismus. Egoismus, vereinfacht ausgedrückt, ist negatives Fühlen, Denken und Handeln in einer bestimmten Rolle. In der Selbstentfremdung kann ich mein wahres Selbst (zum größten Teil) nicht wahrnehmen, sondern nur die Aspekte des Egoismus im Maskenverhalten, im Gutseinwollen, in egoistischen Verhaltensmustern usw. Im versperrten egoistischen Zustand kann ich Liebe und Freude ohne Grund nicht erleben. Deswegen hole ich mir ständig im physisch wie geistig Äußeren die kurzfristigen, egoistischen Freuden durch die Ego-Wert-Aufladung. Das aber ist uns gar nicht bewusst, weil wir diesen Zustand und diese Lebensform als normal annehmen.

Die Jagd nach äußeren, kurzfristigen Freuden und Ego-Wert-Aufladung hat viele Aspekte. Es macht keinen Unterschied, ob man einfach materiell oder geistig, religiös, esoterisch orientiert ist. Die Ego-Aspekte sind immer die gleichen, die in dieser Entfremdung gelebt werden: Man will über den egoistischen Eigenwillen anders sein als man ist, besitzen, Macht haben, dominieren, ausnutzen, manipulieren, besser sein, schöner sein, besonders sein und mehr. Die am schwersten erkennbare, aber höchste Form der Selbstentfremdung findet dann statt, wenn ich über den mentalen Eigenwillen gut werden will , lieben will , erleuchtet werden will , göttlich werden will . Durch diesen konzentrierten egoistischen Eigenwillen entsteht über die mentale Ebene eine Art Selbsthypnose, die die Falscherleuchtung ergibt (z.B. die Erleuchtung über das Dritte Auge). Das ergibt die höchsten Formen der Illusionen, wo aber der emotionale und geistige Verschluss bestehen bleibt und negative Gefühle unterdrückt werden – das wird in diesen Betäubungszuständen aber nicht mehr wahrgenommen. Nur eine tiefe Selbstanalyse, die Veränderung von mentalen Glaubenskonzepten, die Aufgabe des egoistischen Eigenwillens und die Heilung von negativen Gefühlen, Gefühlsblockaden und -zuständen im Heilprozess, bringen den Zugang zum wahren Selbst und wahre Selbstfindung.

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